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Der Scrum Guide™ 2020

Hurra, der neue Scrum GuideTM ist da. Jeff Sutherland und seine Mitstreiter haben den Scrum GuideTM überarbeitet. Auf Scrum Guide | Scrum Guides findet Ihr die neueste Fassung. In diesem Beitrag möchte ich einige Änderungen kurz kommentieren.

Scrum ist kein Gesetz

Viele Menschen folgen heute den Anleitungen von Scrum in Form eines Gesetzes – was es aber nicht ist. Mit der Überarbeitung wurden die Wortwahl verändert und weniger vorschreibend formuliert. Ich begrüße das. Scrum soll einen Rahmen definieren, der uns hilft in der komplexen und schnelllebigen Welt strukturiert und effizient neue Produkte zu entwickeln. Betrachtet man dabei das Grundprinzip der agilen Selbstorganisation eines Teams, dann gibt der Scrum GuideTM das „was“ vor, im Sinne „was sollte ein Team tun, um effizient zu arbeiten“. Das „wie“ ist aber im Detail dem Team selbst überlassen. Ich hoffe mit der neuen Fassung reduzieren sich die Diskussionen über „das steht aber so nicht im Scrum Guide“ und der Fokus verändert sich auf „wie tun wir es am Besten“.

Das „Warum“ steht im Vordergrund

Eigentlich stand das „Warum“, oder besser „Wozu“ schon immer im Vordergrund. Es ist nur oft hinter den „Gesetzen“ von Scrum verschwunden. Nun wird es in den Vordergrund gestellt. Unter anderem wird das Product Goal hervor gehoben, das nun nicht mehr nur als Vision des PO dasteht, sondern gleichsam als Team-Goal auch im Sinne einer Team-Entwicklung gesehen werden kann. Damit ergibt sich dann auch, dass z.B. die Erstellung von user-Stories nicht ausschließlich die Aufgabe des PO sein muss.

Wesentlich ist hier auch, dass die Verfasser in Ihrem Änderungsindex darauf hinweisen, dass sie die proxy-Rolle des PO aufheben wollen. Bravo! Genau hier gilt es anzusetzen und die Verantwortung bzw. die Führung für einzelne Themen durchaus auch auf andere Team-Mitglieder zu verteilen. Ganz so wie es Schindler’s Rangdynamisches Modell beschreibt.

Auch das Sprint Planning, mit der Definition des Sprint Goal, stellt das „Warum“ in den Vordergrund, das nun als erstes abgefragt werden soll. Dies soll dabei helfen, dass mit jedem Sprint eine zielgerichtete Wertsteigerung des Produktes zustande kommt. Da das Product Goal ja nun ein Gruppenziel ist, liegt es auch in dieser ersten Planung in der Verantwortung Aller, die Erreichung des Gruppenziels mit dieser nächsten Iteration zu verifizieren.

Von „self-organizing“ zu „self-managing“

Die Begriffsänderung von self-organizing, zu self-managing finde ich nicht gut. Sie verkündet dem Team eine vermeintliche Selbst-Bestimmtheit, die in der Realität nicht gegeben ist. Ein Scrum-Team ist in der Regel in eine größere Organisation eingebettet und hat sich hier allgemeinen Regeln zu unterwerfen. Ebenso braucht jedes Team – vor allem in Krisenzeiten wie COVID – eine Führung, an die es vermeintlich unlösbare Entscheidungen eskalieren kann. All dem steht der Begriff self-managing in meinen Augen entgegen. Ich sehe Scrum-Teams nach wie vor als selbst-organisiert, aber nicht restlos selbst bestimmt.

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